Jagdmusik in Österreich

Chronik

14.Jh. St.Eustachius-Messen an den Hängen längs der Wien, die mit Tierhornsignalen eingeleitet wurden.
1394: Hardouin, Fontaines de Guérin sucht den Tierhorn-Signalen fixe Rhythmen zu geben.
15./16.Jh. Alphörner als Signalinstrument bereits bei Jagden in Verwendung

1561:

Jacques du Fouilloux, La Venerie - neben dem Tierhorn ein weiteres Jagdhorn zu sehen, das bereits aus Metall gefertigt ist.
um 1650 Mit der trompe de chasse entstand in Frankreich eine neue Form der Jagdmusik. Anstelle der musikalisch schlichten Hifthorn-Signale erklangen ein- und zweistimmige Fanfaren bei Jagden. Innerhalb weniger Jahrzehnte waren Instrumente und Musik in ganz Europa verbreitet. Die in Frankreich übliche Spielweise wurde nicht übernommen.
1680: Franz Anton Graf Sporck lernte in Frankreich französische Jagdmusik kennen und schickte zwei seiner Jagdgehilfen zum Jagdhornunterricht nach Paris.
1692: Erste urkundliche Erwähnung der Eustachius-Feier in Maria Brunn mit musikalischerGestaltung durch die kaiserliche Hofjagdmusik - im Auftrag der St. Eustachius - Bruderschaft.

1695:

Gründung des St.Hubertus-Jagdordens
um 1700 In Wien bauten die Brüder Michael und Johannes Leichamschneider Jagdhörner nach französischem Vorbild.
1728: Gemsjagd Kaiser Karl VI in den Eisenerzer Alpen, bei der einheimische Musiker auf ihren Instrumenten wie "Dudelsak und Albenhorn" spielten.
1. Hälfte 18.Jh. Aus der engmensurierten trompe de chasse und dem weiter mensurierten Alphorn entstand das österreichische Jagdhorn, das die spieltechnischen Vorzüge des französischen Instrumentes mit dem weichen Klang des Alphornes vereinigte. Für eigene Festlichkeiten entstanden zahlreiche Jagdhornkompositionen. 
Ende 18.Jh. Ende der Prunkjagd, viele Jagdmusikgruppen lösten sich auf.
1817: I. Sauer komponierte 12 Jagdfanfaren, die nicht für den Jagdbetrieb bestimmt gewesen sein dürften.
um 1830 Eduard Kenesch, erster Hornist der Johann Strauß-Kapelle, initiierte Jagdhornkonzerte
1879: "Makartfestzug" (historischer Festzug der Stadt Wien) zu Ehren der Silberhochzeit Kaisers Franz Josephs und seiner Gemahlin Elisabeth - unter Mitwirkung des "Schantl-Quartettes". Für diesen Festzug komponierte Schantl 13 neue Fanfaren.
Renaissance der k.k. Hofjagdmusik, die später nach ihrem Standort im "Thiergarten nächst Lainz", als "k.k.Lainzer Jagdmusik" bezeichnet wurde.
1880: Uraufführung der St.Eustachiusmesse von Joseph Schantl bei der Nikolaikapelle im Lainzer Tiergarten (Wien/Auhof) durch die kaiserlichen Jäger)
nach 1880: Gründung von einigen Jagdmusikensembles
um 1882: Forstmeister Adolf Herzog - Leiter der Jagdhornisten der kaiserlichen Jägerei.
1886: Publikation: Joseph Schantl - Carl Zellner, Die Österreichische Jagdmusik
1898: 50-jähriges Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs. Huldigungsfeier der Österreichischen Weidmänner in Schloss Schönbrunn - Konzert unter Mitwirkung von 50 Jagdhornisten.
1902: Tod von Joseph Schantl, Solohornist der Wr.Philharmoniker.
Sein Neffe, Heinrich Schantl, betreut in der Folge die k.k. Hofjagdmusik
1910: Erste Internationale Jagdausstellung Wien - Fanfarenkonzert im Juni unter erstmaliger Mitwirkung Karl Stieglers.
1911: Uraufführung der St. Eustachius-Messe von Karl Stiegler bei der Nikolai-Kapelle.
1918: Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie.
1923: Wiederaufnahme der St.Eustachiusfeier im Lainzer Tiergarten - Initiative von Forstdirektor Franz Wojtech
1932: Tod von Karl Stiegler, Solohornist der Wr.Philharmoniker, Weiterführung der St.Eustachiusfeiern bis in die letzten Kriegsjahre
1950: Reaktivierung der "Lainzer Jagdmusik" durch Ernst Paul, Solohornist des Wiener Rundfunkorchesters. Erste St.Eustachiusfeier nach dem Zweiten Weltkrieg
1953: Veröffentlichung historischer österreichischer Jagdsignale (Österreichs Weidwerk)
1959: Dokumentation österreichischer Jagdmusik im Jagdmuseum Marchegg (Niederösterreich)
1960: Beginn der jährlichen Jagdhornkonzerte bei der Hermesvilla (Juni)
1971: Eröffnung der Weltjagdausstellung in Budapest durch die "Lainzer Jagdmusik"
1978: Niederösterreichische Landesausstellung: Jagd - einst und heute (mit Dokumentation der Geschichte der Jagdmusik)
1979: Ausstellung des historischen Museums der Stadt Wien: - vor hundert Jahren (mit musikalischen Dokumenten vom Makartfestzug)
Tod von Ernst Paul
1981: Neugestaltung des Jagdmuseums Marchegg (neue Dokumentation der Geschichte der österreichischen Jagdmusik)
1997: Kärntner Landesausstellung: alles jagd ... (neue Dokumente aus der Geschichte der österreichischen Jagdmusik)
2000: Jubiläum im Zeichen der Kontinuität - 50 Jahre St.Eustachius-Feier im Lainzer Tiergarten - 50 Jahre Lainzer Jagdmusik nach dem Zweiten Weltkrieg

Last update: 1.3.2003
by Mag.Bernhard Paul